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Bericht zu Trio Fleurs im Rahmen des Kultursommers 2018 von Elmar Greck:

Musikalische Wertschöpfung aus der Region für die Region!

Trio Fleurs sind bei unseren Musikliebhabern wirklich keine unbekannten Musikerinnen mehr im Landkreis Dillingen. Das Blumen Trio hat sich aber nicht nur zu einem attraktiven „Dauerflor“ entwickelt, sondern auch zu einem unglaublich kreativen, vielseitigen „Wechselflor“. Offensichtlich sind sie überraschend in der Lage eigens für das IBL ein musikalisches Gesamtwerk aus “Schmankerln“ passend zum Ambiente auf die Bühne zu stellen. Zum Debut begrüßte sie der Geschäftsführer Walter Ortler. Er bedankte sich bei dieser Gelegenheit auch bei den zahlreich erschienenen Besuchern für die spontan nachbestuhlt wurden musste sowie den anwesenden regionalen Sponsoren, die finanziell das neu angefangene umfangreiche Kulturprogramm, letztlich aus dem Nichts, erst ermöglichten.

Musikalisch entpuppt sich das dargebotene Programm als eine Art Menü mit Zutaten von Johann Strauss junior bis hinzu George Gershwin und reicht sogar noch zu dem lebenden genialen Komponisten und Interpreten Chick Corea. Mit Bravour gelingt dem versierten Trio Fleur mit der Inszenierung dieses populären Musiktheaters, mit und ohne Gesang, der Spagat vom Volkslied, zum Kunstlied, zur Operette, dem Musical und auch noch hin bis Jazz im Trio oder Duo.

Um das zu meistern wählen sie eine raffiniert geniale Vorgehensweise, die im zweiten Beitrag wie in einer Art Programmouvertüre ersichtlich wird. Das bekannte Volkslied „Kein schöner Land“ erklingt nicht wie eine millionenfach ausgeleierte Kopie, sondern liegt hier in einer Bearbeitung von Christian Kempter vor, die die drei galanten, aufmunternden, mit Natürlichkeit ausgestatteten Damen übernommen haben. Den Gesangspart singt wie immer die Sopranistin Annette Sailer mit auffallend kultivierter Stimme, die sofort bewundert wird, so dass sich dann keiner zu Recht mitsingen traut und einfach nur noch zuhört. Den tragenden Instrumentalteil am Flügel spielt nach Noten zweihändig brillant mit dem passenden `Kick´ Barbara Bartmann. Für die meisten Stücke fehlt ein eigener Flötenteil. Hier sucht sich Sonja Lorenz-Bayer ihre eigene Nische und findet sie im Vor- und Zwischenspiel und liefert auch arpeggierend, umspielend sozusagen das Beiwerk, die Ausschmückung, die Beilagen und die würzig sinnliche Dekoration für das Menü.

Mit viel Applaus bedacht und besonders gut angekommen sind beim Publikum folgende „Schmankerl“ wie Delikatessen: Summertime aus „Porgy and Bess“, I feel Pretty aus „Westside Story“, I could have danced all night aus „My fair Lady“ sowie Stücke von Friedrich Holländer.

Ein gelungener Gag von Sonja sorgt für zusätzliche Abwechslung. Sie schickt kurzerhand ihre Mitbuhlerinnen hinter die Bühne und lockt per Damenwahl Sebastian Bartmann auf die Bühne zu einem feurigen Techtelmechtel. Mit Kopf; Herz und rhythmisch stampfenden Beinen spielen sie  zusammen „Armandos Rumba“ von Chick Corea und ernten donnernden Applaus. Das gibt noch zusätzlich Aufwind und beflügelt die drei Mädels zu musikalischen und schauspielerischen Höchstleistungen bei einem Schwipslied aus „Eine Nacht in Venedig“ und letztlich das Stück Im Salzkammergut aus „Im Weißen Rössl“ von Ralph Benatzky. Spontan großartige Stimmung im ganzen Saal. Mit kräftigem Applaus und stehender Ovation bedankt sich das glückliche Publikum für den gelungen kurzweiligen, vergnüglichen Abend. Die mit Beifall überschütteten Musikerinnen revanchieren sich mit drei `Nachschlägen´ und erst mit dem Schlaflied „La Le Lu“ geht´s zur Ruh.


Bild von  Sebastian Bartmann
Auf der Lutzinger Bühne des IBL im Rampenlicht das professionelle, leidenschaftliche, feminine Trio mit Querflöte in der Hand Sonja Lorenz-Bayer, Barbara Bartmann am Flügel und die Sopranistin Anette Sailer.